als ich vor ein paar Wochen im H2 war um meine Idee vorzustellen würde ich gebeten
doch meine Ergebnisse auch hier im Forum zu posten.
In diesem Post ist der vorläufige Endversion enthalten. Ich bitte, falls es noch Feedback gibt, das die nächsten Woche hier kundzutun da ich dann für eine Abstimmung zum Plenum kommen werde.
Es geht konkret darum die Freiheit die den bayerischen Universitäten gegeben wurde, nämlich bis zu 50/65% der Studierenden selber auszusuchen, auch zu nutzen.
Unter anderem ist es auch politisch gewollt dass die Hochschulen innovativere Kriterien als nur den NC heranziehen.
Viele Unis weigern sich aber in den meisten Fächern (die sie nicht der ZVS überlassen) das auch zu tun.
die sinnvolle lokale Auswahl wird z.B. durch solche Tricks einfach umgangen.
U Regensburg
Psychologie (Bachelor)
Kriterien:
25 % Durchschnittsnote
65 % Auswahlverfahren der Hochschule (AdH), ausschließlich nach der Durchschnittsnote
10 % Wartezeit
Was ist an einer lokalen Auswahl nach Durchschnittsnote bitte anders als nach Durchschnittsnote?
Nach meinem Dafürhalten sollte der relativ aussagelose Numerus Clausus durch spezifischere Kriterien ersetzt werden.
Argumente dafür:
- Die Durchschnittsnote des allgemeinen Abiturs ist vielmehr (wie das Synonym schon sagt) eine Hochschulreife. Es wird also allgemein die Befähigung zum studieren testiert. Der Abiturient kann also (teilweise auswendig) lernen. Umso mehr umso besser meistens die Note. Über die fachliche Eignung sagt das aber garnichts aus.
Es ist ganz logisch das zwangsgewichtete Fächer (z.B. im bayerischen Abitur) die Durchschnittsnote beeinflussen obwohl sie garnichts mit dem Studienfach zu tun haben müssen.
So ist es z.B. möglich dass Schüler die in Kunst und Französisch gut waren bevorzugt einen Medizinstudienplatz bekommen.
Auch sind durch den Föderalismus die Abiturnoten der einzelnen Bundesländer eigentlich nicht vergleichbar.
- Fachspezifisches Eignung ist also für die Zulassung oft irrelevant. Logischerweise würde ein motivierter Studienanwärter in einer Prüfung im Fach seines Interesses bessere Leistungen bringen als im allgemeinen Abitur.
- Wieviel Prozent der Schüler weiß schon am Anfang der relevanten Phase für das Abitur
(in Bayern Anfang 12. Klasse) was er genau studieren will und wie gut sein Abitur demnach sein muss?
Wie die Motivation für den vielleicht doppelten Lernaufwand der zwischen 2,5 und 1,5 steht aufbringen wenn man nicht weiß wofür.
Vielen wird erst in einer Orientierungsphase nach dem Abitur klar wie ihre berufliche Zukunft aussehen kann oder soll.
Dann ist allerdings das Abitur unmöglich mehr zu ändern (wiederhohlen ausgeschlossen).
Somit wird vielen ihre optimale berufliche Perspektive und Zukunft verbaut und damit das Recht auf freie Berufswahl verbaut.
- Dem Abiturschnitt mangelt es neben dem Nachweis an fachlicher auch dem an beruflicher Fähigkeit.
Selbst wenn bei einem Medizinstudenten neben einem hervorragenden Abitur auch ein hervorragender Studienabschluss folgen würde (was die Kritiker freuen dürfte) heißt das nicht das auch in der Praxis ein guter Allgemeinarzt aus ihm wird.
- Es kann verschiedene Gründe geben, die einem Einser-Abi im Wege stehen: Krankheiten und Unfälle in der Familie zum Beispiel, die einen Schüler aus der Bahn werfen können.
Deutlich zu Befürworten sind innovative Verfahren die neben den relevanten Abiturnoten auch fachspezifische Fähigkeiten prüfen.
Auf mündliche Verfahren sollte wegen mangelnder Auswahltreue und hohen Kosten verzichtet werden.
Modellbeispiel für ein innovatives Verfahren
Aufnahmeverfahren Psychologie Bachelor, Universität Salzburg (übernommen von Innsbruck & Graz)
Für das Studienjahr 2009/10 werden 246 Studienplätze vergeben. Diese werden in der Reihenfolge der von den BewerberInnen im Rahmen des Aufnahmeverfahrens erreichten Punktezahl vergeben. Die Punkte des Aufnahmeverfahrens addieren sich aus den Punkten der Aufnahmeprüfung (Null bis max. 75 Punkte) und Bonuspunkten für die Fächer Englisch, Mathematik, Deutsch (bzw. Unterrichtssprache) und Biologie des Reife- bzw. Schulzeugnisses des Maturajahres, sofern diese mit der jeweils erreichbaren Bestnote beurteilt wurden. Pro Fach mit Bestnote werden zu den Punkten der Aufnahmeprüfung 6.25 Punkte addiert (also max. 25 Punkte als Bonus möglich, wenn in den angegebenen vier Fächern überall die Bestnote erreicht wurde).
Im Rahmen der schriftlichen Aufnahmeprüfung werden folgende studienrelevante Fähigkeiten geprüft:
1.Das Verstehen einfacher, fachbezogener Texte in englischer und deutscher Sprache
2.Die Fähigkeit zum formal – analytischen Denken
3.Die Fähigkeit, sich fachrelevantes Wissen aus Literatur für StudienanfängerInnen aneignen zu können. Für diesen Teil der Prüfung sind ca. 100 Seiten zu lernen.
Der eigentliche Test besteht also aus psychologischen Tests und einer Art Probestudium.
Durch seine Konstruktion (überwiegend multiple-choice) die eine EDV-gestützte Auswertung erlaubt können die Kosten minimal gehalten werden.
Über die genaue Gewichtung und Heranziehung der unterschiedlichen Abiturfächer auch unter Berücksichtigung der Wartezeit kann diskutiert werden aber ist in diese Richtung auf jeden Fall sinnvoll.
Die Prognosefähigkeit des salzburger Tests etwa bezüglich Studienerfolg (drop-out Quoten..) ist hinreichend in einer Studie belegt worden
Auch allgemein wurde durch eine Metastudie belegt dass Eignungstests der skizzierten Art dem Numerus Clausus in seiner Prognosefähigkeit überlegen sind und besonders bei teueren Studiengängen mit hoher Bewerberzahl eingesetzt werden sollten weil sie hier sogar die Kosten die durch falsche Studentenauswahl (Studienabbrecher..) entstehen überkompensieren können.
Quellen:
http://www.zvs.de
http://www.uni-salzburg.at/pls/portal/d ... 051208.PDF
Evaluierung der Auswirkungen des § 124b Universitätsgesetz 2002, Österreichisches Bundesministerium für Wirtschaft und Forschung
http://www.thieme.de/viamedici/schueler ... erien.html
Studierendenauswahl und Studienentscheidung, Schuler, H. & Hell, B., Göttingen 2008
(Uni Hohenheim)
Was mit im Moment noch fehlt ist wie es an der Uni Regensburg mit der Zulassung im Detail aussieht.
Bei den Lehrämtern gibt es glaub ich Eignungsprüfungen wenn ich mich nicht irre?
Vielleicht kann mir da hier jemand weiterhelfen.
Viele Grüße
Michi
